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Architektur und Schule

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Brandenburgische Architektenkammer

Die Stadtentdecker in Kremmen 2018

Die Stadtentdecker waren wieder unterwegs! Im Juni 2018 wurden 30 Schüler aus den Klassen 4, 5 und 6 der Goethe-Grundschule in Kremmen mit ihrer Lehrerin Beata Waschinsky von Architektin Martina Nadansky/ Hohen Neuendorf betreut.

Das Scheunenviertel in Kremmen

In der kleinen Ackerbürgerstadt Kremmenist man stolz auf das wohl größte erhaltene zusammenhängende „Scheunenviertel“ Deutschlands. 54 historische Scheunen bilden ein Ensemble, das seit 1993 unter Denkmalschutz steht, entstanden ab Mitte des 17. Jahrhunderts als Stroh- und Futterlager außerhalb der Stadt. Heute haben sich im Scheunenviertel Künstler, Handwerker und Cafés etabliert. Das Scheunenviertel hat insgesamt einen sehr hohen Identifikationsgrad für die Bevölkerung und ist außerdem ein überregionaler touristischer Anziehungspunkt. Bürgermeister, Lehrerin, Schüler und Architektin waren sich daher einig, mit den Stadtentdeckern zum Scheunenviertel zu arbeiten.

 

Scheunenviertel for kids

Wie würden die Scheunen und das Scheunenviertel aussehen, wenn Kinder und Jugendliche ihre Ideen und Bedürfnisse hier einbringen könnten?Diese Aufgabe haben wir uns als Stadtentdecker gestellt.

Nach dem Besuch beim Bürgermeister, einem Stadtrundgang und der Besichtigung mehrerer Scheunen mit unterschiedlichen Nutzungen (Scheunenmuseum, Restaurant, Ferienwohnung) haben wir als Vorbereitung der Projektwoche einen ganzen Vormittag lang nur im Scheunenviertel gezeichnet. Diese „altmodische“ und eher ungewohnte Methode schult die Wahrnehmung, konzentriert die Aufmerksamkeit auf räumliche Zusammenhänge oder das Detail, auf Proportionen, Strukturen und Farben. Einige Kinder haben später im Stadtentdecker-Gespräch klar formuliert, das Zeichnen hätte ihnen geholfen, die Elemente einer Scheune wie Dachkonstruktion, Mauerwerk oder Torbogen zu begreifen und auch überhaupt erst bewusst zu sehen- dadurch seien sie auf ihre Projektidee gekommen. Vielen Modellen sieht man die Auseinandersetzung mit dem Thema Konstruktion und Innenraum auch tatsächlich deutlich an.

Projektwoche

Mit Modellen und Präsentationsplakaten haben die Kinder ihre Ideen dann in 9 Projekten umgesetzt. Die Scheunen werden als Jump-Haus, Eis-Kino, Multi-Scheune, Pferde- und Hundeladen, Das Verrückte Geisterlabyrinth und Kletterhalle genutzt (viele mit Elterncafé), am Teich entstehen ein Landparty-Café und eine neue Brücke. An den Modellen ist ganz deutlich der Einfluss zu erkennen, den das zur Verfügung gestellte Modellbaumaterial haben kann. In diesem Fall haben wir, um die Beschäftigung mit der Holzkonstruktion der Scheunendächer zu fördern, feine schmale Holzprofile aus dem Baumarkt organisiert.

Öffentliche Präsentation

Die Öffentliche Präsentation fand in der Theaterscheune Tiefste Provinz im Scheunenviertel statt, und im angrenzenden Theatercafé haben wir sogar die gesamte Projektwoche verbracht. Beste Bedingungen also für den großen Auftritt! Alle 9 Gruppen haben einen kurzen Theatersketch vorbereitet, der die neue Funktion ihrer Scheune oder des Teichufers zum Inhalt hatte. Modelle, Plakate und Zeichnungen haben dann anschließend gezeigt, was die Kinder vorher schauspielerisch zum Ausdruck gebracht haben.

Martina Nadanskyprojektbegleitende Architektin
Beitrag in Deutschem Architekteblatt 10/2018